Freie Radikale
Freie Radikale greifen die Zellmembranen an, die Zelle kann sich nicht vollständig regenerieren, unter Umständen wird das Erbgut der Zelle geschädigt. Das Altern selbst ist Ergebnis dieses so genannte oxidativen Stress, da der Organismus mit den Jahren die vollständige Regeneration der Körperzellen nicht aufrecht erhalten kann. Zellen sterben ab und werden nicht ersetzt.
Weitaus schwerwiegender sind die gesundheitlichen Folgen, die durch die Wirkung der freien Radikale hervorgerufen werden können. Denn geschädigte Zellen können ihre Aufgabe nicht mehr ausreichend erfüllen. Die Schutzfunktion der Haut lässt ebenso nach, wie die Funktionsfähigkeit der Verdauungsorgane oder des Herz-Kreislauf-Systems. Schäden durch freie Radikale können bis zum Erbgut der Zellen vordringen. Hierdurch steigt das Risiko bösartiger Mutationen, die eine Ursache für Krebserkrankungen sein können.
Problematisch ist zudem, dass der chemische Prozess, mit dem ein freies Radikal die Moleküle gesunder Zellen angreift, weitere freie Radikale hervorbringt. Es werden somit regelrechte Kettenreaktionen in Gang gesetzt, die der Körper nur mit den geeigneten Radikalfängern stoppen kann. Einige dieser so genannten Antioxidantien, auch "Antioxidanzien" geschrieben, bildet der Körper selbst. Der weitaus größere Teil muss jedoch über die Nahrung aufgenommen werden.
Belastung von innen und außen
Viele freie Radikale gelangen gar nicht von außen in den Organismus, sondern entstehen bei den natürlichen Stoffwechselprozessen im menschlichen Körper. Hierbei wird Sauerstoff verwertet, der in bestimmten Verbindungen selbst zu einem freien Radikal werden kann. Viele der im Körper gebildeten freien Radikale sind also zunächst einmal nützlich, denn sie ermöglichen überhaupt die biochemischen Kettenreaktionen, bei denen der Körper mit Energie versorgt wird. Für das Immunsystem sind sie ebenfalls hilfreich, da sie schädliche Eindringlinge wie Bakterien oder Viren zerstören können.
Der Mensch ist jedoch weitaus mehr freien Radikalen ausgesetzt, als er auf Dauer kompensieren könnte. Zusätzlich zum oxidativen Stress durch Stoffwechselvorgänge prasseln täglich freie Radikale von außen auf den menschlichen Organismus ein. Abgase und andere Emissionen enthalten Kohlenmonoxide und andere aggressive Verbindungen, die über die Lungen in den Blutkreislauf gelangen und dort zerstörerische Kettenreaktionen anstoßen können. Ozon, das sich durch starke Sonneneinstrahlung aus Autoabgasen bildet ist ein weiteres, aggressives Molekül, das als freies Radikal große Schäden im Körper anrichten kann.
Einer besonders großen Gefahr setzen sich Raucher aus. Über den Zigarettenrauch inhalieren sie große Mengen an aggressiv wirkenden Giftstoffen. Raucher, aber auch Menschen, die häufig dem Rauch anderer ausgesetzt sind, gehen dadurch ein hohes Risiko ein, nicht nur schneller zu altern, sondern auch gravierende Zellschäden zu erleiden, die Krebs auslösen können.
Alkohol mag zwar einen angenehmen Rausch verursachen, der Abbau dieses Nervengiftes ist für die Leber aber alles andere als ein Fest. Denn hierbei entstehen wiederum aggressive Oxidantien, also freie Radikale, die die Zellerneuerung bremsen und so zu sichtbaren Zeichen des körperlichen Verfalls führen.
Mit Pestiziden und ähnlichen Giften wird zwar versucht, Lebensmittel wie Obst und Gemüse frisch und unbeschadet auf dem Teller des Verbrauchers landen zu lassen, die Substanzen wirken jedoch selbst äußerst schädlich auf den menschlichen Körper. Auch sie enthalten freie Radikale und führen zu oxidativem Stress, der die Zellmembranen zerstören kann.
Wenn man die bloße Haut der Sonne aussetzt, dringen UVA- und UVB-Strahlen tief in die unterschiedlichen Hautschichten vor. Diese Strahlen können Moleküle aus ihrer festen Verbindung trennen und so in den Zustand eines freien Radikals versetzen. Die „gesunde Bräune“, oder gar der Sonnenbrand lassen so auf lange Sicht die Haut schneller altern, anstatt sie jung und vital aussehen zu lassen. Im Extremfall kann das Erbgut der Hautzellen geschädigt werden, was einer der Auslösefaktoren für Hautkrebs ist.
Radikalfänger einsetzen
Der menschliche Körper ist durchaus in der Lage, selbst Substanzen zu produzieren, die freie Radikale neutralisieren können. Diese Antioxidanzien gehen mit den freien Radikalen eine chemische Verbindung ein und neutralisieren sie auf diese Weise. Der Prozess des Alterns zeigt jedoch, dass dieser Selbstschutz bei weitem nicht ausreicht. Der Organismus ist daher auf Hilfe durch weitere Antioxidantien von außen angewiesen.
Eine ganze Reihe von Vitaminen und Vitalstoffen gehört zur Armee der „Radikalfänger“, die die Zellen vor dem Angriff der aggressiven Oxidantien schützen. Ein schlagkräftiges Dreiergespann sind dabei die Antioxidantien Vitamin A, Vitamin C, und Vitamin E. Vitamin A kommt als Provitamin Beta-Carotin reichlich in Karotten und anderen gelblichen Obst- und Gemüsesorten vor. Zitrusfrüchte, aber auch Paprika, Broccoli und Kartoffeln liefern reichlich Vitamin C. Vitamin E kommt wiederum vorwiegend in pflanzlichen Ölen wie z.B. Weizenkeimöl vor.
Auf der Seite der Spurenelemente tritt Selen als Antioxidant in den Ring. Für eine ausreichende Versorgung gehören Fisch, Eier, Vollkornprodukte oder auch Kokosnüsse auf den Teller.
Carotinoide und Flavonoide spielen als sekundäre Pflanzenstoffe nicht nur für Geschmack und Aussehen von Obst und Gemüse eine Rolle, sondern werden auch bei der Abwehr von freien Radikalen aktiv. Die gelb-rote Farbe von Möhren, Paprika oder auch das Grün von Broccoli sind leuchtende Zeichen für einen hohen Gehalt an Carotinoiden, die als Antioxidanzien wertvolle Arbeit leisten. Trauben, Kirschen, aber auch Auberginen enthalten viele Flavonoide, die zusätzlich zu ihrer Funktion als Antioxidantien Herz und Kreislauf schützen können.